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Let’s get naked!

Let’s get naked!

Nacktheit ist in Berlin nichts Neues, aber was fĂŒr den Menschen gilt, sieht bei Lebensmittel- und Kosmetikprodukten leider anders aus: Sie haben noch viel zu viel Plastik an. Da Plastik alles andere als sexy ist, hat die britische Kosmetikfirma Lush eine nackte Revolution ins Leben gerufen und die erste Unverpackt-Filiale fĂŒr Kosmetik in Deutschland am Berliner Alexanderplatz eröffnet. Die 55 Quadratmeter große Filiale ist der zweite Naked Shop weltweit nach der Eröffnung in Mailand im Juni 2018. Der Shop in Mailand, zuerst nur fĂŒr drei Monate geplant, wurde aufgrund der Ă€ußerst positiven Resonanz auf unbestimmte Zeit verlĂ€ngert.

Nackt ist in: Das Lush Sortiment bietet ĂŒber 240 nachhaltige, palmölfreie Alternativen zu verpackter Kosmetik, mit Klassikern wie festen Shampoo-Bars, Seifen, Deodorants und Neuheiten wie festen Bodylotions, fancy Duschbadekugeln, fĂŒr alle Berliner, die keine Badewanne, sondern Platzprobleme haben, Duschöle, Augenpflege, Körpermasken, Haarkuren, handgemachte Hautcreme, nackten Body-Conditionern mit Rose, Geranien, Zitronen und sanftem Goldglitzer – der Glitzer in Lush Produkten hat nichts mit Umweltverschmutzung, Mikroplastik oder Kinderarbeit, aber dafĂŒr viel mit glĂŒcklich Glow zu tun und die weltweit ersten, unverpackten, komplett plastikfreien Highlighter, denn um zu strahlen mĂŒssen wir der Umwelt keinen Schaden antun.

Der Berliner-Laden möchte seinen KundenInnen unter dem Motto „Shine a Light on Glitter“ nicht nur mit unserem Favoriten, dem rosa schimmernden Ibis Glow Stick versorgen, sondern sie auch ĂŒber die Folgen von Mikroplastik fĂŒr die Umwelt aufklĂ€ren: Sehr viele Arten von Glitzer in den unterschiedlichsten Produkten erhalten PET oder Mikroplastik, das in die Meere gelangt, sich dort niemals zersetzt, von Fischen geschluckt wird und irgendwann womöglich auch auf unserem Teller landet. Wenn es im selben Tempo weitergeht, werden die Weltmeere im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische enthalten. Lush arbeitet deshalb seit 2018 ausschließlich mit synthetischem Mica, das von Menschenhand hergestellt wird, den Effekt von natĂŒrlichem Mica imitiert, aber fĂŒr dessen Abbau und Weiterverwendung weder Schwermetalle noch Reinigungsstoffe vonnöten sind.

Die Lush-Produkte sind kleine, nachhaltige, nackte Alternativen fĂŒr den Alltagsgebrauch – mit großer Wirkung fĂŒr unsere Haut und unsere Umwelt. Die festen Haarseifen sind so ergiebig wie drei Plastikflaschen Shampoo Ă  250 Milliliter, alle nackten Duschgels wie zwei und dank klein, aber fein werden auch die Emissionen auf der Straße eingespart, ein interessanter Vergleich: Ein LKW voller fester Shampoo Bars reicht fĂŒr so viele HaarwĂ€schen wie 15 LKW bestĂŒckt mit regulĂ€ren Shampoo-Flaschen. Im Jahr 2017 haben Lush Kunden 800.000 Plastikflaschen gerettet, indem sie sich fĂŒr die nackten Tatsachen entschieden: Shampoo, Conditioner, Deo, nackte Fest- und FlĂŒssigseife, Badeöle, Duschgels, Masken, Massagebutter, Puder, Gesichtsserum, Gesichtsreinigung haben allesamt die PlastikhĂŒllen fallen lassen.

Der Nachhaltigkeitsgedanke zieht sich durch die gesamte Produktionskette – fĂŒr die Beschaffung von Rohstoffen arbeitet Lush mit Projekten zusammen, die Frauen bei der Arbeit und Kinder bei der Bildung unterstĂŒtzten – und macht auch vor dem Ladenbau nicht halt: Der Großteil der alten Ausstattung wurde angepasst und weiter benutzt und neue Möbel werden aus sogenanntem Reclaimed Wood hergestellt, fĂŒr welches das Unternehmen extra ein Einkaufsteam beschĂ€ftigt, das aus alten AbrissgebĂ€uden Holz aufkauft und nachhaltig fĂŒr die Filiale aufbereiten lĂ€sst. Gut möglich also, dass ein alter Dielenboden aus einem Bauernhaus als neues Regel fĂŒr Badekugeln einen zweiten FrĂŒhling erlebt.

Unser Lieblingsprodukt in dieser Kreislaufwirtschaft des Nackt- und Nachhaltigseins ist nicht ohne Grund der Charity Pot: Alle UmsĂ€tze dieser nackten Body-Lotion wandern an Graswurzelorganisationen. GroßzĂŒgig ist nackt noch schöner.